Ergebnisse und Berichterstattung

Die Resultate werden genutzt,

  • um aufzuzeigen, wie gut Schülerinnen und Schüler in der Schweiz auf das lebenslange Lernen vorbereitet sind, wenn sie die Schule verlassen;
  • um diejenigen Bereiche zu identifizieren, die Schulen, Bildungssysteme und Regierungen im Verlauf der Zeit verbessern sollten;
  • um einen Ländervergleich der Schülerleistungen und der Lernumgebungen zu ermöglichen. 

Die Veröffentlichung des nationalen Berichts erfolgt normalerweise im Folgejahr nach einer Haupterhebung.

Der nationale Bericht zu PISA 2018 stellt die wichtigsten Ergebnisse der Schweiz in den untersuchten Kompetenzbereichen (Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften) vor. Der Bericht behandelt neben weiteren Themen die Ausstattung der Schulen mit digitalen Geräten sowie deren Einsatz im Unterricht, die Lernstrategien der Schülerinnen und Schüler sowie Mobbing im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden in der Schule.

Nachfolgend werden einige zentrale Ergebnisse Aus PISA 2018 zusammengefasst:

In PISA 2018 bildete Lesen die Schwerpunktdomäne. Die Leistungen der Schweizer Schülerinnen und Schüler in dieser Domäne waren im Durchschnitt vergleichbar mit denjenigen der OECD-Länder. In Naturwissenschaften wiederum erreichte die Schweiz ein besseres Ergebnis als die OECD-Länder. Dies ist auch in Mathematik der Fall, wo die Differenz noch grösser ist.

Blasendiagramm der Leistungen in PISA 2018: In Mathematik liegt die Schweiz mit rund 515 Punkten deutlich über dem OECD-Mittel von 489 Punkten, in den Naturwissenschaften mit rund 495 Punkten leicht darüber, im Lesen mit rund 484 Punkten leicht unter dem OECD-Mittel von 487 Punkten.

Eng mit der Lesefreude verknüpft ist die Menge an Zeit, die dem Lesen freiwillig gewidmet wird. Die Lesefreude ist ein zentraler Bestandteil des Engagements im Lesen. In der Schweiz existiert ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Freude am Lesen und der Lesekompetenz. Es ist jedoch eine Abnahme der Lesefreude bei den 15-Jährigen festzustellen. 

In der Schweiz sowie den OECD-Ländern nahm der Anteil an Schülerinnen und Schüler mit geringer Lesefreude zwischen dem Jahr 2000 und 2018 zu. Diese Tendenz ist auch auf internationaler Ebene zu beobachten. In den Anteilen nicht zum Vergnügen Lesender zeigt sich ein durchgehender sowie deutlicher Geschlechtereffekt: So gaben in der Schweiz im Jahr 2018 rund 40% der Mädchen an nicht zum Vergnügen zu lesen, bei den Jungen waren es rund 62%. Im Hinblick auf die durchschnittlichen Leseresultate lässt sich feststellen, dass die Mädchen (500 Punkte) ein besseres Ergebnis erzielen, als die Jungen (469 Punkte).

Liniendiagramm zur Entwicklung der Anteile 15-jähriger Schülerinnen und Schüler, die nicht zum Vergnügen lesen, in den Erhebungen 2000, 2009 und 2018. In der Schweiz steigt der Anteil über alle Jugendlichen von rund 35 auf 51 Prozent, bei den Knaben von rund 49 auf 62 Prozent und bei den Mädchen von rund 22 auf 39 Prozent. Im OECD-Mittel fallen die Anteile durchwegs tiefer aus und steigen ebenfalls an.

Aufgrund der Informationen aus dem Fragebogen liess sich die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler bestimmen. Diese hatte einen bedeutsamen Einfluss auf die Leistungen, wobei dieser Zusammenhang zwischen Leistung und sozialer Herkunft sich zwischen den Ländern unterscheidet. Je schwächer der Einfluss, desto höher ist die Chancengleichheit. In der Schweiz erbrachten 15-Jährige mit einer benachteiligten sozialen Herkunft weniger gute Leistungen als Gleichaltrige, die keine benachteiligte Herkunft aufwiesen. Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und den Leistungen war in der Schweiz stärker als in Italien, Kanada oder Finnland. 

In der Schweiz unterschieden sich die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Lesen nicht vom OECD-Mittel, hinsichtlich der Chancengleichheit lagen sie jedoch unter dem OECD-Mittel. In Frankreich, Deutschland und Belgien lagen die Leistungen bei PISA 2018 über den OECD-Mittel, jedoch ebenfalls unter dem OECD-Mittel in Bezug auf die Chancengleichheit. Im Gegensatz dazu befanden sich Finnland und Kanada sowohl in Bezug auf Chancengleichheit als auch hinsichtlich der Leistungen über dem OECD-Mittel.

Streudiagramm zur Bildungsgerechtigkeit: Die senkrechte Achse zeigt die mittlere Punktzahl im Lesen, die waagrechte Achse den Prozentsatz der durch den sozioökonomischen Status erklärten Leistungsvarianz – je weiter rechts, desto grösser die Bildungsgerechtigkeit. Die Linien des OECD-Mittels bei 487 Punkten und 12 Prozent teilen die Fläche in vier Felder. Finnland und Kanada liegen oben rechts mit überdurchschnittlichen Leistungen und überdurchschnittlicher Bildungsgerechtigkeit. Deutschland, Belgien und Frankreich liegen oben links mit überdurchschnittlichen Leistungen und unterdurchschnittlicher Bildungsgerechtigkeit. Die Schweiz, Österreich und Luxemburg liegen unten links, Italien unten rechts.
PISA CH